Entscheiden in konfliktträchtigen Situationen

11. April 2008 | Von Dr. Joachim Simen | Kategorie: Konfliktmanagement & Mediation

In Konflikten, Auseinandersetzungen und Verhandlungen muss jeder Betroffene eine für ihn oft unübersehbare Anzahl von Entscheidungen treffen. Es stellen sich Fragen wie:
- Was soll und kann ich überhaupt jetzt tun?
- Wie wird mit dem Konflikt weiterverfahren?
- Mit welchen Mitteln kann ich den Konflikt lösen?
- Wie können die Gespräche zwischen den Beteiligten geführt werden?
- Wer sollte an den Gesprächen beteiligt werden?
- Welche Ziele habe ich ganz persönlich?
- Was können Kriterien für eine gute Entscheidung sein?
- Wieviel Zeit bleibt für eine Entscheidung?
- Wie kann sicher gestellt werden, dass mit der Entscheidung auch das Ziel erreicht wird?
- Wer kann mich und die anderen Beteiligten bei der Entscheidung und der Umsetzung unterstützen?

Wir verstehen uns als Entscheidungshelfer für Betroffene, die sich diese oder andere Fragen stellen. Dabei haben wir keine Standardrezepte für gute Entscheidungen in der Schublade, sondern erarbeiten diese gemeinsam mit den Betroffenen. Wir bieten einen erfolgversprechenden Weg zu einer guten Entscheidung, den wir Schritt für Schritt gemeinsam mit allen Beteiligten beschreiten.

1. Klarheit über die Situation und die Entscheidung gewinnen
In einem offenen und konstruktiven Dialog zwischen allen Beteiligten können die Hintergründe der aktuellen Situation, des Konflikts und der anstehenden Entscheidung erkannt werden. Die Basis dafür ist die Entscheidung, Vertrauen zu geben. Es ist die jeweils freiwillige und ganz persönliche Entscheidung dem gewählten Verfahren, dem Anderen und dem Moderator der anstehenden Gespräche Vertrauen zuzusprechen. Ohne ein Mindestmaß an Vertrauen ist kein offener Austausch und keine Verständigung über die Situation und die jeweils unterschiedlichen Interessen zu erreichen.

Als erfahrene Entscheidungshelfer unterstützen wir alle Beteiligten dabei, sich gegenseitig wieder Vertrauen geben zu können. Dabei werden die Vorbehalte, Befürchtungen und Hoffnungen besonders beachtet und berücksichtigt.

2. Sich einen Überblick über die Alternativen verschaffen
Der Kern des Entscheidungsprozesses ist, nach Alternativen und bislang verborgenen Kooperationsmöglichkeiten zu suchen. Einengende Entscheidungsfallen nach dem Motto “Alles oder nichts” oder “Was der Andere bekommt wird mir weggenommen” werden erkannt und umgangen. Es ist Kreativität gefragt, um möglichst viele Alternativen zu finden und die jeweils passende Lösungsoption zu formulieren.

Als Entscheidungshelfer unterstützen wir alle Beteiligten mit verschiedensten kreativen Techniken, um nach bislang ungedachten Alternativen zu suchen und diese auf ihre Umsetzbarkeit zu überprüfen.

3. Systematische Untersützung nutzen

Häufig werden Entscheidungen getroffen, die auch andere Personen oder Gruppen betreffen, die nicht am Entscheidungsprozess beteiligt werden. Werden diese Personen vor vollendete Tatsachen gestellt, schalten sie oft schnell auf stur, lehnen die Entscheidung ab oder sabotieren die Umsetzung. Entscheidungen werden schneller, effektiver und einfacher umgesetzt, wenn möglichst alle Betroffenen in den Entscheidungsprozess einbezogen werden. Werden diese Personen bereits im Vorfeld gehört und für die Sache gewonnen, kann auf deren Untersützung für eine erfolgreiche Umsetzung der Entscheidung vertraut werden.

Als Entscheidungshelfer können wir mit verschiedensten Methoden Einzelpersonen, Klein- und Großgruppen an Entscheidungsprozessen mitwirken lassen. Dabei können individuelle Ansichten und unterschiedliche Entscheidungskompetenzen berücksichtigt werden.

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